Danke! Und sorry, Girls!
Bevor ich den eigentlichen Beitrag starte, will ich mich gern bei Euch bedanken. Das Feedback, das ich bekommen habe, war richtig cool. Ja, es bleiben die Stimmen, die mich auf die Unmöglichkeit einer romantischen Beziehung zu einem Menschen hinweisen wollen, wenn ich an dem Thema bleibe und die Tiere halte. Aber es gab wesentlich mehr Stimmen, die tatsächlich ein Interesse an dem Thema und Freude an dem kleinen verbalen Projekt ausgedrückt haben. Danke dafür, wirklich!
Dennoch muss ich sagen, freue ich mich auf den Moment, wenn das Thema Romantik und Co. für mich völlig irrelevant würde. Denn dann will ich mich um die richtig krassen Ameisen bemühen. Da gibt es einige südamerikanischen Blattschneideameisen (z.B. Atta cephalotes). Nicht nur, dass die schön groß sind, die wollen auch Wege laufen und (wie der Name vermuten lässt) Blätter schneiden und durch die Gegend schleppen. Dafür kann man ein riesiges Röhrensystem durch die Wohnung bauen! Im ANTSTORE konnte man sich das schön angucken, herrlich! Hinzu kommt, dass diese Art im Link beispielsweise ihren eigenen Pilz züchtet, diesen ausbaut und die Königin einnisten lässt und mit diesem Pilz in der Lage ist, in dem Formicarium Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu manipulieren und selbständig Nahrung zu produzieren. Wie beeindruckend ist das denn oder!? Das ist eine kleine eigene Landwirtschaft. Aber wie gesagt: Das wird erst zur Option, wenn andere Sachen in meinem Leben gescheitert sind.
Die Frage der Woche
Ich möchte heute gern noch eine Frage beantworten, die mir mit am häufigsten gestellt wurde: Wie kann die Königin ohne einen König leben? Und woher kommen dann die ganzen Prinzessinnen?
Berechtigte Frage! Kaum ein Lebewesen kann ohne Befruchtung für Nachkommen sorgen. So ist es auch bei der Ameise. Das Besondere ist allerdings, dass die Königin, die sich bei einem sog. „Schwarmflug“ von einem Männchen (leider kein König btw.!) befruchten lässt und dessen Samen bis zu ihrem Tode speichert. Das heißt, dass der Dude mit seiner einen Ladung einfach mal für bis zu 30 Jahre seine Unterhaltszahlungen für unzählige Kinder anmelden kann. Das ist natürlich nur Spaß; die Königin meiner Kolonie kann zwar so alt werden, die Männchen aber bei weitem nicht. Jedenfalls reicht die Menge an Samen aus. Wenn ich die Bienchen-und-Blümchen-Theorie dazu noch auspacken soll, gebt mir ein Zeichen. Aber ich denke, das wird an dieser Stelle zu technisch. Bei meinen lieben Tierchen handelt es sich übrigens um eine monogyne Kolonie. Das heißt, es gibt nur eine brütende Chefin. Andere Beispiele wären oligogyne oder polygyne Arten. Beide führen mehrere Königinnen, bei ersterer dürfen die sich aber nicht in die Queere kommen, da es sonst Beef gibt.
Der Tagebuchticker
Montag/ Dienstag: So viel gibt es ehrlich gesagt gar nicht zu berichten. Als ich nach ein paar Tagen Abwesenheit wieder zu Hause war, waren die kleinen Dinger ganz ruhig in ihrem Reagenzgläschen und haben sich ein bisschen mit den Proteinen eingedeckt, die ich zur Verfügung gestellt hatte. Aber der Großteil des restlichen Futters blieb erneut unbeachtet. Was das Team um Bauarbeiterin Bob allerdings weitergeführt hat, ist der Ausbau des kleinen Sandhaufens in dem Reagenzglas. Ich vermute, dass sie den Bereich, den sie kennen (auf dem Bild die rechte Seite bis zu dem Wattestopfen), als Niststätte nutzen wollen und den Bereich links des Hügels als Futterkammer vorbereiten.

Davon abgesehen scheinen die aktuell kühleren Temperaturen die Ameisen generell passiver werden zu lassen. Ich hoffe, dass sie nicht jetzt schon in den Winterschlaf einsteigen wollen. Einerseits wäre das ein bisschen langweilig für mich, andererseits müsste der Blog jetzt schon pausieren. Ich vermute, dass das auch was mit den Lichtverhältnissen zu tun hat. Über den ANTSTORE kann man entsprechende Lampen (LED oder die mit dem hohen Verbrauch und den dollen Temperaturen) erwerben. Ich denke in den kommenden Tagen mal über diese Option nach.
Mittwoch: Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil! Also ja, tagsüber ist meine Kolonie immer noch ein wenig gehemmt, aber immer wenn ich am Abend nach Hause kam und das Licht angemacht habe, habe ich gesehen, dass die in dem Arenabereich rumgelaufen sind und ihre Körnchen gesammelt haben. UND, das freut mich irgendwie am meisten, sie haben den Honig wieder für sich entdeckt. Die Ernährung findet also wieder statt – yeah!
Ich freue mich wie immer (also letzte Woche) über alles an Fragen, die ihr mir zukommen lasst. Bis nächste Woche!
Herzlichst
Benny

